Lizard Labs, der Name steht wie kein anderer für die Geschichte der legalen LSD-Derivate. Über ein Jahrzehnt war das niederländische Labor der einzige Hersteller und Erfinder von Lysergamid-Analoga wie 1P-LSD, 1cP-LSD, 1V-LSD, 1S-LSD und zuletzt 1Fe-LSD. Ende 2024 schloss Lizard Labs seine Labore. Was seitdem passiert ist, welche neuen Hersteller den Markt betreten haben und wie das Erbe von Lizard Labs weiterlebt.

Wer war Lizard Labs?

Lizard Labs, juristisch als Synex Synthetics B.V. firmiert, war ein auf Forschungschemikalien spezialisiertes Labor mit Sitz in den Niederlanden. Gegründet von einem kleinen Team verfolgte das Unternehmen von Anfang an ein klares Ziel: innovative Psychedelika höchster Reinheit für Forschungszwecke zugänglich zu machen.

Der erste große Durchbruch gelang um 2015 mit 1P-LSD – dem ersten synthetisch hergestellten, legalen LSD-Analogon. Damit legte Lizard Labs den Grundstein für eine ganze Substanzklasse, die seitdem den deutschen Markt für Forschungschemikalien prägt.

In deutschen Shops wurden über Jahre ausschließlich Produkte von Lizard Labs angeboten – das Unternehmen hatte in dieser Nische eine echte Monopolstellung.

Warum hat Lizard Labs geschlossen?

Die Entscheidung zur Schließung war kein abrupter Schritt, sondern das Ergebnis einer sich über Monate zuspitzenden gesetzlichen Situation in den Niederlanden.

Die niederländische Regierung arbeitete seit etwa 2023 intensiv an einem weitreichenden Stoffgruppenverbot für Forschungschemikalien, das am 1. Juli 2025 in Kraft trat. Diese Gesetzesänderung ist historisch für die Niederlande: Sie verbietet ganze Substanzklassen auf Basis ihrer chemischen Grundstruktur – unabhängig davon, ob eine einzelne Verbindung explizit gelistet ist.

Für Lizard Labs war damit die Produktion zahlreicher Substanzen aus dem eigenen Portfolio nicht mehr rechtssicher möglich. Hinzu kommt ein praktisches Problem, das in der Öffentlichkeit wenig diskutiert wird: Bei der Synthese von Forschungschemikalien entstehen häufig kurzfristig Zwischenprodukte oder benötigte Ausgangsstoffe, die selbst unter Verbote fallen können. Ein Labor, das auf gesetzliche Konformität achtet, kann unter solchen Bedingungen nicht wirtschaftlich arbeiten.

Wichtig: Lysergamide wie 1S-LSD und 1Fe-LSD fallen nicht direkt unter das niederländische Gesetz. Die Schließung von Lizard Labs war also keine direkte Konsequenz eines Verbots der eigenen Produkte, sondern eine unternehmerische Entscheidung angesichts des gesamten regulatorischen Umfelds.

Noch vor der Schließung produzierte Lizard Labs 1Fe-LSD auf Vorrat. Denn so neu ist 1Fe-LSD gar nicht. Es taucht erstmals in einem veröffentlichten Patent von Synex Syntetics im April 2024 auf. Dort ist es unter SYN-L-234 zu finden.

👉 Patent Lizard Labs Februar 2024 – patents.google.com

Neue Hersteller – Die Zeit nach dem Monopol

Lizard Labs war über ein Jahrzehnt der einzige Hersteller legaler LSD-Derivate. Das ist heute nicht mehr so. Mit dem Rückzug des bisherigen Marktführers sind andere Syntheselabore in die Lücke getreten. Ende 2025 tauchten gleich zwei neue Derivate auf, die nicht von Lizard Labs stammen:

1SB-LSD

Ein weiteres Silizium-basiertes Derivat, welches im September 2025 zum ersten mal auf dem Markt erschien. 1SB-LSD wurde nicht von Lizard Labs entwickelt und kam von einem bisher unbekannten Syntheselab. Es blieb allerdings nur kurz legal: Durch die 6. Änderungsverordnung der NpSG-Anlage vom 2. Dezember 2025 wurde 1SB-LSD gemeinsam mit 1S-LSD in Deutschland verboten.

1BP-LSD

Ein weiteres Novum: 1BP-LSD trägt eine Boronsäureester-Gruppe am N1-Stickstoff – erstmals ein Bor-haltiger Substituent in einem LSD-Derivat. Auch dieses Derivat stammt nicht von Lizard Labs, sondern von einem anderen Hersteller. Stand April 2026 ist 1BP-LSD in Deutschland legal.

Was ist nach der Schließung passiert?

Mit dem Ende von Lizard Labs entstand zunächst Unsicherheit: Wer würde künftig legale LSD-Derivate herstellen und vertreiben? Diese Frage beantwortete Lysentia, ein Unternehmen, welches die Restbestände und Vertriebsrechte für das letzte Lizard Labs Produkt – 1Fe-LSD und deren Vorgänger übernommen hat.

Was bedeutet das für den deutschen Markt?

Die Schließung von Lizard Labs war ein Einschnitt – aber kein Ende. Der Markt hat sich angepasst:

  • Lizard Labs Produkte (1Fe-LSD) sind weiterhin verfügbar
  • Neue Hersteller (1BP-LSD, 1SB-LSD) haben die Monopolstellung aufgebrochen
  • Die Dynamik aus Synthese → Legalisierungsfenster → Verbot → nächstes Derivat setzt sich fort

Für Deutschland gilt weiterhin das bewährte Muster: Solange ein Derivat nicht explizit im NpSG oder BtMG gelistet ist, ist es legal erhältlich. Wie lange das Fenster für 1Fe-LSD und 1BP-LSD offen bleibt, ist nicht absehbar.

📖 Zur Rechtslage von 1Fe-LSD und 1BP-LSD

Ein Kapitel endet, das nächste beginnt?

Die Schließung von Lizard Labs Ende 2024 ist das Ende einer Ära. Über ein Jahrzehnt prägte das Labor die gesamte Welt der LSD-Derivate – als Erfinder, als einziger Hersteller, als Qualitätsmaßstab.

Gleichzeitig ist 1Fe-LSD, das letzte Projekt des Labors, ein würdiger Abschluss: chemisch innovativer als alle Vorgänger, mit einem metallorganischen Substituenten, der die Klasse der Lysergamide in ein neues Territorium geführt hat.

Der Markt geht weiter – mit neuen Herstellern, neuen Derivaten und einer Gesetzgebung, die wie immer versucht, Schritt zu halten.

Quellen

https://lizardlabs.nl/ (Lizard Labs Homepage – veraltet)
https://app.getresponse.com/view.html?x=a62b&m=BoLTp8&u=tQnqQ&z=Etdr9tg&o=pp_1 (Lizard Labs Shop/Information – veraltet)
https://patents.google.com/patent/WO2024028495A1/en (Patent Synex Syntetics April 2024)
https://professor.nl/de/neue-gesetzgebung-zu-forschungschemikalien-das-stoffgruppenverbot-im-jahr-2024/ (Neue Gesetzgebung zu Forschungschemikalien in den Niederlanden)